Sciencestarter: Crowdfunding für die Wissenschaft

Es gibt zahlreiche Plattformen, auf denen Crowdfunding umgesetzt wird. Meistens sind dies allgemein orientierte Plattformen, auf denen viele verschiedene Projekte angeboten werden. Ein Beispiel für eine spezialisierte Plattform ist Sciencestarter. Auf dieser deutschen Plattform haben Projekte aus Wissenschaft und Forschung eine Chance, finanziert zu werden.

So funktioniert Sciencestarter

Sciencestarter orientiert sich in seiner Funktionsweise an den gängigen Regeln des Crowdfunding. Es geht darum, für ein Projekt oder eine Idee online Unterstützer zu suchen, die sich an dem Projekt beteiligen, indem sie finanzielle Unterstützung leisten. Jeder Crowdfunder entscheidet dabei selbst, wie viel Geld er oder sie geben will. Um Unterstützer zu finden, muss der Initiator des Projekts dieses zunächst auf der Website bewerben. Die Crowdfunder können dann entscheiden, ob das Projekt sie überzeugt. Wer von der Aktion überzeugt ist, überweist einen selbst gewählten Betrag. Wenn die Aktion schlussendlich dank der Crowdfunder umgesetzt werden kann, erhält jeder, der daran beteiligt war, ein vom Initiator gewähltes Dankeschön.

Besonderheiten bei Sciencestarter

Im Gegensatz zu den üblichen, allgemein orientierten Crowdfunding-Plattformen gibt es bei Sciencestarter aufgrund der wissenschaftlichen Orientierung einige Besonderheiten, die Initiatoren beachten sollten. Die wichtigste Regel besteht darin, dass nur Projekte zugelassen werden, die aus den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Wissenschaftskommunikation stammen. Die Projekte gliedern sich in unterschiedliche Themenfelder. Die wichtigsten Themenfelder der Plattform sind:

  • Geistes- und Sozialwissenschaften
  • Ingenieur- und Technikwissenschaften
  • Naturwissenschaften
  • Wissenschaftskommunikation

Nur Projekte, die wissenschaftliche Themen haben, werden akzeptiert. Darüber hinaus muss jede Aktion, die bei Sciencestarter angenommen werden soll, den Grundsätzen der wissenschaftlichen Praxis entsprechen. Dies bedeutet, dass es um die methodische Suche nach neuen Erkenntnissen und deren Dokumentation gehen muss, bei der allgemeingültige Gesetzmäßigkeiten gefunden werden. Das Wissen muss durch Beobachtung, Experiment und Überprüfung gewonnen werden und empirisch belegbar sein. Außerdem müssen alle verwendeten Methoden und Informationen offengelegt werden. Darüber hinaus gibt es einige Dinge, die aus ethischen Gründen nicht unterstützt werden. Dazu gehören etwa Waffenentwicklungen oder Projekte, die eine Zustimmung durch eine Ethik-Kommission oder eine Tierversuchs-Kommission benötigen. Alle Projekte sollten wissenschaftlichen Zwecken dienen. Nicht zugelassen sind daher Aktionen, die nur der Finanzierung von Studium oder Ausbildung dienen, sowie Aktionen, die für private Veranstaltungen, für Einrichtungen oder für Preise sammeln. Jeder, der eine Aktion initiiert, muss mindestens 18 Jahre alt sein. Außerdem verlangt Sciencestarter, dass ein Initiator seine Aktion ausschließlich auf diese Plattform beschränkt und die gleiche Aktion nicht auf einer anderen Crowdfunding-Plattform bewirbt. Die Inhalte des Projekts sollen in keiner Weise gegen deutsches Recht verstoßen und nicht obszön, rassistisch oder beleidigend sein.

Start eines Projekts bei Sciencestarter

Wegen der hohen Anforderungen muss jeder, der ein Projekt anmelden will, nicht nur, wie sonst üblich, eine Website für die Aktion erstellen, sondern zusätzlich einen Bericht über das Projekt schreiben. In diesem Bericht sollte klar umrissen werden, worum es geht, wieso das Thema relevant ist, wie der Zeitplan aussieht und was das Ziel ist. Außerdem sollte deutlich werden, wie viele Mittel benötigt werden, wann das Projekt beginnt und wann es endet. Sciencestarter prüft das Projekt anschließend. Bei Unklarheiten wenden sich die Prüfer an einen Beirat aus zehn Personen aus Wissenschaft und Forschung, die überprüfen und entscheiden, ob die Aktion den Richtlinien entspricht. Erst wenn der Beirat das Projekt genehmigt hat, kann die Aktion gestartet werden.

Ablauf eines Projekts bei Sciencestarter

Ist das Projekt einmal bewilligt, läuft eine Aktion bei Sciencestarter ähnlich wie auf anderen Crowdfunding-Portalen. Das Projekt wird auf einer Seite beworben, wobei jeder Crowdfunder die Möglichkeit hat, einzusteigen. Ein Balken zeigt dabei an, wie viel des gewünschten Geldbetrages schon erreicht wurde und wie viel Geld noch fehlt. Der Start eines Projekts bei Sciencestarter ist kostenlos. Die Plattform kassiert nur dann Geld, wenn das Projekt erfolgreich finanziert wurde. In diesem Fall bekommt sie vier Prozent des gesammelten Geldbetrages als Provision. Wenn das Projekt scheitert, erhalten die Geldgeber ihr Geld zurück. Im Erfolgsfall hingegen bekommen sie ein Dankeschön, das sich nach dem Ermessen des Initiators richtet. Hierbei kann es sich sowohl um ein materielles Dankeschön als auch um ein ideelles Dankeschön handeln. Wer die Plattform erfolgreich nutzt, ist verpflichtet, am Ende seine Ergebnisse zu veröffentlichen. Bei der Veröffentlichung muss das Logo der Plattform abgebildet werden und ein Hinweis auf die Plattform vorhanden sein.

Vorteile der Plattform

Die Plattform bietet speziell kleineren wissenschaftlichen Projekten die Möglichkeit, von einer Crowd finanziert und umgesetzt zu werden. Wie immer beim Crowdfunding geschieht dies ohne großes finanzielles Risiko auf beiden Seiten. Durch die Nutzung des Crowdfunding können die Projekte schnell online verbreitet werden. Die höheren Hürden für Projekte im Vergleich zu vielen anderen Crowdfunding-Plattformen führen zur Qualitätssicherung. Wer sein Projekt bei Sciencestarter anmelden will, sollte allerdings aufgrund der hohen Anforderungen sehr genau überlegen, ob sein Projekt diese erfüllen kann.

Authored by: Tobias