Schwarmfinanzierung

Eine eigene Geschäftsidee mit dem Unternehmen umsetzen, einen Film drehen oder ein aufwendiges Kunstprojekt realisieren: All das kostet viel Geld und ist mit eigenen Mitteln meist nicht zu bewerkstelligen. Doch während noch vor ein paar Jahren der Gang zur Bank oder die mühsame Suche nach einzelnen Unterstützern im Vordergrund stand, gibt es mittlerweile eine praktischere Methode, die eigene Idee zu realisieren. Mittels Crowdfunding können schnell und unkompliziert Unterstützer übers Internet gewonnen werden. Allerdings gibt es dazu einiges zu beachten.

So funktioniert Schwarmfinanzierung

Schwarmfinanzierung ist eine relativ neue Methode, um die nötige finanzielle Unterstützung für ein wirtschaftliche oder künstlerische Projekte zu bekommen. Der deutsche Begriff Schwarmfinanzierung ist vom englischen Original Crowdfunding abgeleitet. Das Prinzip basiert auf einer simplen Idee: Statt für ein Projekt einen Kredit bei einer Bank aufzunehmen oder einzelne Unterstützer um Geld zu bitten, werden die Projekte von vielen Einzelpersonen finanziert. Die Organisation findet via Internet über diverse Plattformen statt. Bekannteste Beispiele dafür sind Indiegogo und Kickstarter.com. So haben Branchenneulinge die Möglichkeit, einen leichteren Einstieg in den Markt zu finden und kreative Ideen zu verwirklichen. Aber auch für erfahrene Unternehmer kann Schwarmfinanzierung eine sinnvolle Option sein. So wurde Crowdfunding etwa erfolgreich bei Filmproduktionen (beispielsweise beim Film „Stromberg“) oder für die Produktion von Musikalben genutzt. Grundsätzlich sind bei künstlerischen Projekten aktuell die Erfolgschancen am größten. Wer die Schwarmfinanzierung erfolgreich nutzen will, muss zunächst vor dem Start genügend potenzielle Unterstützer von seiner Idee überzeugen.

Ablauf einer Schwarmfinanzierung

Ein Projekt, das mittels Crowdfunding unterstützt werden soll, wird im Allgemeinen als Aktion bezeichnet. Wer mit seinem Unternehmen Unterstützer finden will, muss seine Aktion im Internet auf einer der genannten Plattformen darstellen. Damit dies überzeugend gelingt, sollte die Aktion möglichst viele Leute ansprechen und auch ansprechend beworben werden. Dies kann mithilfe von einem Video geschehen; es kann aber auch nur ein Text formuliert werden. In jedem Fall sollte das Ziel der Aktion deutlich werden. Außerdem sollte eine möglicherweise dahinter stehende Idee klar zum Ausdruck bringen. Je mehr sich die potenziellen Geldgeber mit dem Projekt identifizieren, umso größer die Wahrscheinlichkeit, viel Geld zu bekommen. Allerdings genügt es nicht, einfach eine Ausschreibung ins Netz zu stellen und auf Geldgeber zu warten. Vielmehr sollte die Aktion einen gut kalkulierten Plan als Basis haben, der auch die finanziellen Aspekte im Vorhinein plant.

Finanzielle Planung bei der Schwarmfinanzierung

Projekte, bei denen Crowdfunding genutzt wird, müssen eine vorher festgelegte Mindestkapitalmenge haben, die durch die Fremdfinanzierer gedeckt werden soll. Ist diese Kapitalmenge nicht vorhanden, kann das Projekt nicht gestartet werden und die Finanzierung mit Crowdfunding kommt nicht zustande. Wer eine Aktion online schalten will, sollte also vorher sorgfältig kalkulieren, wie viel Geld minimal benötigt wird. Die Summe sollte nicht unrealistisch hoch sein, um mögliche Finanzierer nicht schon im Voraus abzuschrecken; andererseits allerdings auch nicht so niedrig, dass die Finanzierung sich nicht lohnt. Jeder der Finanzierer, der sogenannten Crowdfunder, leistet einen kleinen Beitrag nach eigenem Ermessen, um das Projekt zu unterstützen. Im Gegenzug erhält er von dem unterstützten Unternehmen eine Gegenleistung, die in dem Projekt bestimmt wird. Je nach dem, aus welchem Segment die Aktion stammt, kann es sich um

  • Rechte
  • Geld
  • Sachleistungen

handeln. Projekte können aber auch aus reinem Idealismus ohne materiellen Gegenwert unterstützt werden.

Gesetzliche Grundlage der Schwarmfinanzierung

Anders als in den Vereinigten Staaten gibt es in Deutschland bislang keine gesetzliche Grundlage, die die Schwarmfinanzierung oder auch Crowdfunding regelt. Allerdings versteht es sich von selbst, dass die Gelder, die für eine Aktion überwiesen werden, auch für diese Aktion aufgewendet werden. Eine Verwendung der Gelder für andere Zwecke kann als Betrug ausgelegt werden. Ein weiteres wichtiges Merkmal der Schwarmfinanzierung ist die Tatsache, dass grundsätzliche alle Nutzer des Internets angesprochen werden. Ein Ausschluss oder Diskriminierung einzelner Teilnehmer oder Gruppen ist auch aus finanziellen Gründen wenig sinnvoll: Der Initiator des Projekts will möglichst viele Geldgeber gewinnen und leistet sich daher selbst keinen Dienst, wenn er Einzelne ausschließt.

 

Vorteile der Schwarmfinanzierung

Schwarmfinanzierung bietet einige Vorteile. Zunächst einmal lassen auf diese Art und Weise Projekte verwirklichen, die bei Banken oder in der Branche auf Ablehnung gestoßen sind. Vor allem kreative und ungewöhnliche Ideen finden bei der Crowdfunding häufig Unterstützung. Außerdem sind die Geldgeber anders als beim Crowdinvesting oder bei anderen Investment-Modellen nicht an den Gewinnen beteiligt, sondern erhalten nur einen kleinen Gegenwert – auf diese Weise erhält der Initiator im Erfolgsfall mehr Gewinn. Ein weiterer Vorteil liegt im direkten Kontakt mit der Masse: Über die Kommunikation via Internet lässt sich sofort auch Feedback für das Produkt oder die Idee einholen. Da die Personen, die das Feedback geben, zugleich auch Geldgeber sind, sind die Meinungen zumeist ehrlich und nützlich. So kann der Initiator unmittelbar herausfinden, ob die Idee beim Publikum ankommt.

Authored by: Tobias