Jumpstart Our Business Startups Act: Was ist das?

Jumpstart Our Business Startups Act: gesetzlicher Rahmen für Crowdfunding

Jumpstart Our Business Startups Act trat am 5. April 2012 in den USA in Kraft. Das Gesetz erleichtert Startup beziehungsweise kleineren sowie stark wachsenden Unternehmen den Zugang zu Kapital von privaten Investoren und eröffnet ihnen damit vollkommen neue Möglichkeiten. Damit besteht erstmals ein gesetzlicher Rahmen für Crowdfunding, dem innovativen Finanzierungsmodell, das sich auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit erfreut. Darüber hinaus lockert das Bundesgesetz bestimmte Börsenregeln und die Auflagen für Börsengänge. Mit dem Jumpstart Our Business Startups Act verfolgen die USA das Ziel, das Wirtschaftswachstum im Land maßgeblich zu fördern, neue Unternehmensgründungen zu unterstützen sowie eine Vielzahl zusätzlicher Arbeitsplätze zu schaffen.

Jumpstart Our Business Startups Act: die wichtigsten Fakten

Der Jumpstart Our Business Startups Act erleichtert Unternehmen den Zugang zu öffentlichem Kapital erheblich und ermöglicht es ihnen, bis zu eine Million US-Dollar von Privatinvestoren einzusammeln, ohne an der Börse gelistet sein zu müssen. Zudem wurde mit dem Jumpstart Our Business Startups Act die maximale Anzahl der Investoren von 500 auf 2.000 angehoben. Darüber hinaus befreit das Gesetz die Antragsteller von zeitaufwendigen bürokratischen Formalitäten und Registrierungserfordernissen. Die Privatanleger wiederum, in der Regel Kleinanleger, stecken ihre Investitionen nicht direkt in das Unternehmen, das sie unterstützen, sondern geben das Geld zunächst an eine Online-Vermittlungsplattform, die den gesamten Investitionsbetrag wiederum an das Unternehmen auszahlt. Diese Vermittler müssen bei der SEC registriert sein. SEC steht für die U.S. Securities and Exchange Commission. Dabei handelt es sich um die Börsenaufsichtsbehörde für die Kontrolle des Wertpapierhandels in den Vereinigten Staaten. Die Unternehmen dürfen ihre Investorensuche zudem öffentlich kommunizieren.

Jumpstart Our Business Startups Act: die Gesetzesbestimmungen im Überblick

Der Jumpstart Our Business Startups Act hat in den Vereinigten Staaten eine gesetzliche Grundlage für Crowdfunding geschaffen, die folgenden Bestimmungen einschließt:

  • Die maximale Anzahl der Investoren wurde von 500 auf 2.000 angehoben.
  • Für Emerging Growth Companies (EGCs) wurden die Regulierungsauflagen bei ihrem ersten öffentlichen Zeichnungsangebot enorm vermindert. Zudem sind sie von bestimmten Angaben im Wertpapierprospekt befreit. Auch die Berichtspflichten sind vereinfacht. Emerging Growth Companies sind Unternehmen, die sich im Wachstum befinden, und deren Bruttojahresertrag bei unter einer Milliarde US-Dollar liegt.
  • Das Verbot öffentlicher Werbung bei bestimmten Arten von Privatplatzierungen wurde aufgehoben.
  • Der Maximalbetrag, für den innerhalb eines Jahres Wertpapiere ohne Registrierung bei der SEC angeboten und verkauft werden können, wurde von fünf Millionen US-Dollar auf 50 Millionen US-Dollar angehoben.
  • Bei bestimmten Arten von Wertpapieren existiert mit dem Jumpstart Our Business Startups Act eine Ausnahme hinsichtlich der Verpflichtung, öffentliche Wertpapierangebote bei der US Börsenaufsichtsbehörde zu registrieren. Diese Ausnahme besagt, dass Internetportale, die von der US Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) zugelassen sind, für Privatplatzierungen verwendet werden dürfen. Bis dato war ihre Verwendung nur sehr eingeschränkt erlaubt. Ein Anleger darf nun einen jährlichen Gesamtbetrag, der von seinem Jahreseinkommen beziehungsweise seinem Reinvermögen abhängt, in Startup-Unternehmen investieren.

Wie Crowdfunding nach dem Jumpstart Our Business Startups Act funktioniert

Beim Jumpstart Our Business Startups Act steht jeder Beteiligte, der in den Crowdfunding-Prozess involviert ist, vor unterschiedlichen Herausforderungen. Dies sind im Einzelnen der Emittent, der Vermittler und der Investor. Der Jumpstart Our Business Startups Act zielt darauf ab, ein Gleichgewicht zwischen dem Schutz von Privatanlegern und der Förderung von Finanzierungsmöglichkeiten herzustellen. Im Folgenden ist ein Auszug aus den Vorgaben gelistet, um dies zu gewährleisten:

  • Es dürfen nur Unternehmen, die in den USA gegründet wurden und dem US-Recht unterliegen, nach den Crowdfunding-Regeln als Emittent Wertpapiere anbieten und verkaufen. Der Höchstbetrag, der innerhalb von zwölf Monaten gesammelt werden darf, beträgt eine Million US-Dollar. Zudem muss das Angebot über einen Vermittler erfolgen.
  • Der Vermittler ist eine Online-Finanzierungsplattform, die den Emittenten mit dem Investor verbindet, und die bei der SEC registriert sein muss. Die Plattform dient dem Informationsaustausch, muss die Unabhängigkeit des Emittenten wahren und die Investoren über Geschäftsbedingungen und Risiken informieren.
  • Das Gesetz beschränkt die Investitionshöhe der Investoren. Der höchste Betrag liegt entweder bei 2.000 US-Dollar oder bei fünf Prozent des Jahreseinkommens oder bei fünf Prozent des Reinvermögens des Investors, wenn entweder das Jahreseinkommen oder das Reinvermögen des Investors bei weniger als 100.000 US-Dollar liegt. Oder aber der Investor kann zehn Prozent des Jahreseinkommens oder Reinvermögens investieren, solange der Gesamtinvestitionsbetrag 100.000 US-Dollar nicht übersteigt. Dies gilt allerdings nur unter der Voraussetzung, dass entweder das Jahreseinkommen oder das Reinvermögen des Investors mit mindestens 100.000 US-Dollar beziffert ist.

Jumpstart Our Business Startups Act: in Deutschland Zukunftsmusik

Was in den USA bereits als Gesetz verabschiedet wurde, ist in Deutschland noch Zukunftsmusik. Allerdings versuchen die Betreiber der Vermittlungsplattformen im Moment hierzulande, ihre Interessen zu bündeln, um mittel- bis langfristig mit den zuständigen Behörden und den relevanten Vertretern aus der Politik in Kontakt zu treten und über die zukünftigen Rahmenbedingungen des Crowdfundings in Deutschland zu sprechen.

Authored by: Tobias