Einen Privatkredit zur Finanzierung einsetzen

Der Privatkredit ist eine Kreditform, bei der das Darlehen nicht von einer Bank oder einem sonstigen gewerblichen Kreditgeber gewährt wird. Eine Privatperson wird zum Finanzier und stellt das benötigte Kapital zur Verfügung. Wer so handelt, sollte die Vor- und Nachteile kennen.

So ist ein Privatkredit rechtlich definiert

Das wichtigste Charakteristikum bei einem Privatkredit ist, dass der Geldgeber nicht gewerblich tätig ist. Dies hat umfassende rechtliche Auswirkungen, denn seine Tätigkeit und viele Aspekte des Kreditgebens und Kreditnehmens fallen nicht in den Bereich des Kreditwesengesetzes, kurz KWG. Es ist wichtig, sich mit der Abgrenzung vom privaten Vorgang zur Gewerblichkeit zu befassen. So darf das sogenannte Kreditgeschäft unter anderem nicht auf eine Gewinnerzielung ausgerichtet sein. Auch dann, wenn ein Investor eine private Vermögensverwaltung einsetzt oder selbst das eigene private Vermögen im rechtlichen Sinne verwaltet, handelt es sich nicht mehr um einen Privatkredit, sondern um eine gewerbliche Kreditform.

Ein Privatkredit kann eine wichtige Finanzierungsalternative sein

Es ist oft der Fall, dass ein Privatkredit als Alternative eingesetzt wird, wenn Kreditinstitute einen Kreditantrag abgelehnt haben. Dies kann aus unterschiedlichen Gründen der Fall sein. Die meisten klassischen Bankhäuser legen viel Wert auf Sicherheiten. Wenn ein Unternehmer keine bisherigen Geschäftserfolge vorzuweisen hat, weil die Selbstständigkeit seine erste eigene Geschäftstätigkeit darstellt, kann dies schon zu einer Ablehnung führen. Auch das Fehlen von Sicherheiten ist ein kritischer Punkt. Banken schätzen es, wenn ein Gründer ein Eigenheim oder andere Immobilien besitzt, wenn noch Kapital als Sicherheit bei der Bank angelegt ist und vieles mehr. Noch schwieriger wird es, wenn eine erste Unternehmung gescheitert ist und der Unternehmer nun versucht, wieder auf eine gesunde geschäftliche Basis zu gelangen. Banken sehen dies oft eher als Indiz für eine negative Prognose. Sind die Kreditanfragen bei mehreren Banken gescheitert, so ist die Ratlosigkeit oft groß. In einigen Fällen wenden sich die jungen Unternehmer dann den sogenannten Crowdfundingportalen zu und versuchen, ihr Projekt über Kapital aus der Crowd zu finanzieren. Wenn dies nicht möglich ist oder wenn der Gründer diese Möglichkeit noch nicht in Betracht gezogen hat, fällt die Wahl oft auf den Privatkredit. Angesprochen werden in diesem Sinne meistens Personen aus dem Verwandtenkreis. Es ist aber auch möglich, dass ein privater Kredit unter guten Freunden gegeben wird. Häufig ist die Verbindung zwischen den Menschen so groß, dass nicht weiter nach Sicherheiten gefragt werden muss. Es genügt, sich auf das bestehende Vertrauensverhältnis und auf die persönliche – oft langjährige – Kenntnis des Anderen zu verlassen.

So ist es um die wichtigsten Risiken bei einem Privatkredit bestellt

Der Privatkredit stellt oft das sprichwörtliche rettende Ufer dar, wenn viele Bemühungen um einen Kredit gescheitert sind. Endlich ist jemand bereit, dem Unternehmer bzw. Gründer zu vertrauen und das benötigte Geld zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus sind die Konditionen in der Regel sehr attraktiv, denn unter Freunden oder Verwandten werden häufig keine oder nur sehr gering anzusetzende Zinsen vereinbart. Die Vorteile liegen also auf der Hand. Damit es nicht nur Vorteile für den Gründer sind, sondern auch der Finanzierende nicht zu Schaden kommt, sollte man die klassischen Risiken bei diesem Prozess kennen. Typisch für die Risiken bei einem Privatkredit sind die folgenden Punkte:

  • Es wird häufig kein Vertrag abgeschlossen. Da es sich hier oft um sehr enge freundschaftliche oder verwandtschaftliche Beziehung handelt, schrecken viele Menschen vor dem Abschluss eines Vertrags zurück. Falls es im späteren Verlauf doch einmal zu Streitigkeiten oder Unklarheiten kommen sollte, kann es sehr schwierig sein, wenn ein Vertrag fehlt. Es ist damit auch kein Beweis gegeben, dass überhaupt Geld geflossen ist bzw. welche Konditionen vereinbart waren.
  • Das Kreditrisiko kann hoch sein. Auch wenn das Agieren der Banken oft als sehr ungerecht empfunden wird, sind es doch in der Regel beweisbare Gründe, die zur Kreditablehnung führen. Auch die privaten Geldgeber müssen sich im Klaren darüber sein, dass bei einem Kredit an Personen, die von der Bank nicht als kreditwürdig eingestuft wurden, ein gewisses Risiko verbunden ist.
  • Sicherheiten fehlen oft. Dieser Punkt verstärkt das Risiko, mit dem die Geldgeber konfrontiert sind. Im Falle eines Scheiterns gibt es wenige Möglichkeiten, das gewährte Kapital zurückzuerhalten.

Privatkredit – und Steuern: Was sollte man wissen?

Der Privatkredit ist eine steuerlich interessante Kreditform. So kann es beispielsweise steuergünstig sein, eine Immobilienfinanzierung nicht durch Eigenkapital, sondern über einen privaten Kredit zu finanzieren. Einer der Vorteile: Die Zinsen, die für den Privatkredit gezahlt werden müssen, können steuerlich geltend gemacht werden. Hier unterscheidet sich die Betrachtung der Zinsen nicht von der Zinsbetrachtung bei einem klassischen Bankkredit oder bei der Finanzierung über Investoren, die Crowd etc.

Authored by: Tobias