Die Schwarmintelligenz – ein spannendes Phänomen

Die Schwarmintelligenz – ein spannendes Phänomen

Ameisen und Bienen arbeiten schon lange erfolgreich damit und auch den Menschen hilft sie oft weiter – die sogenannte Schwarmintelligenz. Immer dann, wenn Gruppen oder ganze Massen von Individuen dazu beitragen, dass eine Lösung gefunden wird, treten die Vorteile der Schwarmintelligenz sehr deutlich zutage. In Unternehmen und Institutionen in Deutschland, aber auch in vielen anderen Ländern setzen sich entsprechende Konzepte immer stärker durch. Dies hat mit den sehr guten Ergebnissen zu tun, die durch Impulse von vielen Einzelnen entstehen können, wenn eine Idee oder Herausforderung an die Crowd weitergegeben wird.

Was genau versteht man unter der Schwarmintelligenz?

Die Schwarmintelligenz ist Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen schon lange bekannt. Man bezeichnet sie häufig auch als Gruppenintelligenz oder als kollektive Intelligenz. Grundsätzlich geht es bei allen Formen von Schwarmintelligenz – ob im Tierreich oder bei den Menschen – darum, dass die Handlungen und die Kommunikation von Einzelnen dazu führen, dass sich die gesamte soziale Gemeinschaft in einer bestimmten Art und Weise verhält. Viele Experten bezeichnen aber auch das gesamte Internet und die damit arbeitenden Personen als kollektive Intelligenz, da viele kleine Einzelteile (z.B. Bilder, Berichte, Videos u.v.m.) zu einem großen Ganzen verschwimmen, das viel nützliche Eigenschaften mit sich bringt.

Internetplattformen machen die Schwarmintelligenz nutzbar

Wie gut diese Form der Schwarmintelligenz funktionieren kann, ist beispielsweise bei großen Internetprojekten beobachtbar, beispielsweise bei dem Internetlexikon Wikipedia. Hier werden viele Menschen bzw. alle Interessierten dazu aufgerufen, etwas zu der kollektiven Wissenssammlung beizutragen. Durch entsprechende Schreib- und Korrekturrechte sorgt das System selbst für eine immer größere Anzahl an Einträgen zu jedem beliebigen Thema. Darüber hinaus wird die Schwarmintelligenz auch dafür genutzt, die Informationen korrekt und auf einem in der Regel sehr hohen Niveau zu halten. Auch Wissenschaftler bedienen sich häufig der Intelligenz aus der Masse. Heute werden verschiedenste Studien und Erhebungen über Aufrufe im Internet unterstützt. Menschen aus der ganzen Welt können dann mit ihren spezifischen Informationen dazu beitragen, dass das komplette Projekt gelingen kann. Auch für Unternehmen gibt es spezielle Plattformen, die das Wissen der Masse organisieren und nutzbar machen. Als Gründer oder Unternehmer muss man lediglich die Aufgabenstellung formulieren. Die Verantwortlichen der Plattform geben diese „Anfrage“ dann an eine Crowd weiter, die genau so zusammengesetzt ist, wie es für das Projekt sinnvoll erscheint. Die Ergebnisse werden gefiltert bzw. sortiert – und schon wird die Schwarmintelligenz zum Innovationsmotor oder zum idealen Feedbackinstrument.

Wie Unternehmen die Schwarmintelligenz nutzen können

Wenn von Schwarmintelligenz und ihre Nutzung für Unternehmen die Rede ist, sollten Gründer hellhörig werden. Der Grund dafür: Die Intelligenz aus der Crowd kann sehr viel dazu beitragen, dass auch kleine Unternehmen am Markt mithalten können. Sie zapfen gewissermaßen die kollektive Intelligenz an, um die eigene Innovationsfähigkeit zu unterstützen. Ein Beispiel ist der Aufruf an die Masse, Ideen für neue Produkte oder für Produktverbesserungen einzureichen. Wird ein solcher Aufruf geschickt verbreitet und wird die Motivation mit einem zu gewinnenden Preisgeld oder Ähnlichem gefördert, kann dies gelingen. Viele Vorschläge werden beispielsweise dann eingereicht, wenn die Zielgruppe aus jungen, internetaffinen Leuten besteht und wenn die Aktion über soziale Medien wie Facebook, Twitter und Co. bekanntgemacht wird. Wer die Schwarmintelligenz nutzen möchte, sollte allerdings darauf achten, dass die Gruppe nicht zu homogen ist. Wer also eine Social-Media-Kampagne plant und dabei nur Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren anspricht, die eine Vorliebe für eine bestimmte Musikrichtung und für dieselbe Technik haben, wird vermutlich wenig brauchbare Ergebnisse erhalten. Wie so oft gilt: In der Vielfalt liegt die Kraft – und die Chance!

Wie Transparenz und Unternehmenskultur die Schwarmintelligenz fördern

Wer die Schwarmintelligenz nutzen möchte, sollte sich zumindest mit Teilbereichen seines Unternehmens voll und ganz darauf einstellen. Dies bedeutet in erster Line ein klares Bekenntnis zu Transparenz und Offenheit. Wer beispielsweise ein internes Vorschlagswesen in einem Großkonzern etablieren möchte, hat schlechte Karten, wenn er eine sehr verschlossene Unternehmenskultur pflegt. Flache Hierarchien und echte Mitbestimmungsrechte fördern dagegen den Erfolg von Projekten im Bereich Schwarmintelligenz. Folgende Grundregeln sind sinnvoll, um die Schwarmintelligenz gut zu nutzen:

  • Transparenz innerhalb des Unternehmens (vor allem bei internen Projekten)
  • Gezielte Bekanntmachung der Aktion bzw. des Schwarmintelligenzprogramms bei der Zielgruppe – beispielsweise bei allen Mitarbeitern des eigenen Konzerns oder bei dem relevanten Teil der Bevölkerung, die zum Mitwirken aufgerufen werden soll.
  • Ergebnisse öffentlich präsentieren und Ideen / Innovationen zügig umsetzen: Die Crowd sollte sehen, was aus ihren Ideen wird. Dies fördert die Motivation – auch für die nächsten Projekte.
  • Bei Einschaltung eines Crowd-Anbieters: Hier wird ein möglichst zweifelsfrei formuliertes Briefing benötigt, um Missverständnisse zu vermeiden und optimale Ergebnisse zu erhalten. Gerade bei Großprojekten wie Studien oder Innovationsprogrammen finden hierzu auch ausführliche Gespräche statt.
Authored by: Tobias