Das macht Crowdfunding in den einzelnen Finanzierungsphasen aus

Bei vielen Unternehmungen geht es darum, Risikokapital einzuwerben, damit das Unternehmen an den Start gehen oder sich planmäßig entwickeln kann. Dies ist eng mit der Kontaktaufnahme zu potenziellen Investoren verbunden – ob über eine Crowdfunding-Plattform oder auf anderen Wegen. Um etwas mehr Transparenz für die Geldgeber zu schaffen, hat man sich in der Geschäftswelt auf die Zuordnung verschiedener Unternehmensstati zu Finanzierungsphasen geeinigt. Wichtige Fachbegriffe sind dabei folgende:

  • Seed Stage und das damit verbundene Seed Stage Capital
  • Early Stage bzw. Early Stage Capital
  • Later Stage, assoziiert mit dem sogenannten Later Stage Capital

Seed Stage – die erste von drei Crowdfunding- Finanzierungsphasen

Wenn ein Unternehmen Seed Stage Capital erhalten möchte, befindet es sich in der primären von drei Finanzierungsphasen. Das Unternehmen wurde also in den meisten Fällen bereits gegründet, ist aber noch nicht in der Lage, den sprichwörtlichen „Samen“ (daher der Name Seed) der Geschäftsidee von selbst wachsen zu lassen. Hier könnte es sich zum Beispiel um eine Finanzierung handeln, die zur Weiterentwicklung eines Prototyps bis hin zum marktfähigen Produkt führen soll. Ein ähnlicher Fall ist das Anschaffen der Ladeneinrichtung für ein zu gründendes Restaurant oder Café. Die Geschäftsidee, möglichst plastisch und überzeugend beschrieben, muss natürlich schon vorliegen, wenn man sich als Gründer für Seed Capital interessiert. Sie muss sehr stark überzeugen, denn noch existiert kein finanzieller Beweis – die Geschäftsidee hatte noch keine Gelegenheit, sich und ihre Erfolgschancen am Markt zu beweisen. Das Risiko für Investoren ist in der ersten Finanzierungsphase vergleichsweise hoch.

Was Finanzierungsphasen mit der Bezeichnung Early Stage kennzeichnet

Wenn die Unternehmung sich weiterentwickelt, geschieht dies auch in Bezug auf die Finanzierungsphasen. Der Gründer tritt mit seinem Unternehmen in die sogenannte Early Stage, die frühe Phase, ein. Wenn es sich um ein Dienstleistungsunternehmen handelt, steht nun in der Regel bereits alles, was zur Ausführung der Leistung notwendig ist. Das passende Personal ist mit von der Partie, die Leistung ist durchkalkuliert, notwendige Hilfsmittel wie zum Beispiel Werkzeuge, Einrichtungsgegenstände für ein Büro oder sonstige Infrastrukturen stehen zur Verfügung. Bei einem produktorientierten Geschäftskonzept ist das Produkt bereits vollständig entwickelt und marktfähig. Das Kapital, welches in dieser Finanzierungsphase benötigt wird, kann beispielsweise zur Markteinführung dienen und die notwendige landesweite Werbekampagne ermöglichen. Es ist auch denkbar, dass das Geld der Anschaffung von Maschinen dient, die für die Herstellung größerer Produktmengen notwendig sind. Das Risiko, welches ein Investor bzw. die Crowd eingeht, wenn sie in der Early Stage finanziert, ist etwas geringer als in der Seed Stage.

Later Stage Finanzierungen – wenn die Finanzierungsphasen vorangeschritten sind

Nicht nur dann, wenn ein Unternehmen neu auf dem Markt ist, sind Finanzierungsphasen notwendig. In den meisten Bereichen müssen die Inhaber und Führungskräfte ständig am Puls der Zeit bleiben und ihr Geschäft durch Produkt-, Service- oder Dienstleistungsinnovationen bereichern. Werden im Laufe von Wachstumsphasen Finanzierungsphasen benötigt, spricht man vom Later Stage Capital. Das Risiko für den Investor ist in der Regel wesentlich geringer als in den ersten beiden Phasen. Der Grund dafür: Es sind bereits wirtschaftliche Eckdaten vorhanden und der Unternehmer hat sein Können schon unter Beweis gestellt. Dies gilt natürlich nur dann, wenn die Unternehmensentwicklung einen entsprechen positiven Verlauf genommen hat. Nicht immer ist es ganz einfach, diese Entwicklung von außen nachzuvollziehen. Investoren – ob als Teil einer finanzierenden Crowd oder ob als einzelne Privatleute oder Investmentgesellschaften – sollten sich daher umfassend mit den betriebswirtschaftlichen Auswertungen des Unternehmens beschäftigen. Von den Umsatzzahlen bis hin zu den letzten Bilanzen sollte alles einen guten Eindruck machen und gegebenenfalls auch einer Prüfung durch einen unabhängigen Prüfer oder anderen Experten standhalten. Nur dann sind diese Finanzierungsphasen weniger riskant als die anderen.

Finanzierungsphasen können unterschiedlich definiert sein – weitere Fachbegriffe

Wie so oft im betriebswirtschaftlichen Kontext haben sich bereits viele Experten Gedanken zu Finanzierungsphasen gemacht. Dieser Tatsache ist es auch geschuldet, dass die einzelnen Definitionen nicht ganz deckungsgleich sind. So sprechen einige Finanzprofis beispielsweise von der sogenannten Bridge Stage. Sie ist dann erreicht, wenn die ersten Wachstumsphasen bereits erfolgreich gemeistert wurden. Man könnte sie also in etwa in den Bereich der Later Stage Phase einordnen. Wenn in der Bridge Stage Finanzierungsphasen stattfinden, ist dies in der Regel der letzte Schritt, bevor Investoren wieder aus dem Unternehmen aussteigen, da sich ihr Invest bezahlt gemacht hat. Wie es anschließend weitergeht, hängt stark von der Unternehmensstrategie ab. Neben der Bridge Stage hört man auch oft von der Second Stage, einer alternativen Begrifflichkeit zur Phase der Marktausweitung und von der Start-Up-Stage, die ähnlich wie die Early Stage definiert ist. Wer Investoren via Crowdfunding oder auf anderem Wege sucht, sollte daher für genügend Klarheit sorgen, wenn über das Stadium des Unternehmens gesprochen wird.

Authored by: Tobias