Crowdsourcing: eine Quelle – viele Möglichkeiten

Das Konzept des Crowdsourcing besteht schon seit langer Zeit, doch seinen Namen erhielt es erst im 21. Jahrhundert. Gerade durch die Möglichkeiten des Internets und der weltweiten, schnellen Datenkommunikation – auch bei einem hohen Datenaufkommen und großen Transfervolumina – ist die Bedeutung von Crowdsourcing in den letzten Jahren exponentiell gestiegen. Wer eine Selbstständigkeit plant, sollte sich mit der Thematik befassen, denn sie bietet sowohl für Unternehmenseigner als auch für Selbstständige – vom Texter bis zum Tester für Software, Websites und Co. – viele spannende Perspektiven.

Crowdsourcing – das steckt hinter dem Fachbegriff

Seit noch nicht allzu langer Zeit – genauer gesagt seit dem Jahr 2006 – ist das Wort Crowdsourcing sehr beliebt und weit verbreitet. Ins Spiel gebracht wurde der Begriff von einem Journalisten mit Namen Jeff Howe, der seinerzeit einen Artikel mit dem Titel „The Rise of Crowdsourcing“ veröffentlichte. Es handelt sich also vermutlich um eine Wortschöpfung dieses findigen Schreibers, wenn vom Crowdsourcing die Rede ist. Die Entstehungsgeschichte des Wortes lässt sich recht gut durch seine Bedeutung erklären, denn es ist eine Kombination der Begriffe „Outsourcing“ und „Crowd“ – also aus dem Auslagern von Teilaufgaben an externe Partner und dem englischen Begriff für eine Menge von Menschen.

Aus der Praxis: spannende Beispiele für Crowdsourcing

Seit es Crowdsourcingprojekte gibt – und dies ist schon länger der Fall, als der Begriff existiert – hat das System schon viele erfolgreiche Projekte oder eine Innovation hervorgebracht. Jedermann kennt heute beispielsweise Wikipedia, jenes Online-Lexikon, welches von unzähligen Schreibern immer wieder ergänzt und optimiert wird. Hier entsteht gerade durch die Vielzahl der Mitwirkenden, die sich zudem noch gegenseitig korrigieren und die Texte redigieren, ein Nachschlagewerk mit unfassbar umfangreichen Inhalten.

Ein weiteres Beispiel für Crowdsourcing ist die Produktentwicklung einer Innovation und Produktoptimierung durch Kunden. Meistens erfolgt ein solcher Prozess über das Internet, denn dieses Medium ist hervorragend für Feedbacks aller Art geeignet. Häufig wird ein Gewinnspiel veranstaltet, bei dem beispielsweise Kunden dazu aufgerufen werden, innovative Features für technische Geräte – vom Haushaltsgerät bis zum Smartphone – vorzuschlagen. Die Kundenwünsche und -ideen sind häufig so spannend und erfolgsversprechend, dass sie zu einem beeindruckenden Erfolg der entsprechenden Produkte führen. Ein Segen für die Unternehmen.

Crowdsourcing für das eigene Unternehmen nutzen

Die Kraft aus der social Crowd in Form von Crowdsourcing nutzen – das ist für viele Unternehmen möglich. Neben der bereits erwähnten Produktentwicklung und -optimierung durch die Crowd gibt es auch viele Formen von bezahltem Crowdsourcing. Beispiele für die vielen Möglichkeiten des Crowdfunding sind:

  • Crowdworking: Hier steht das Auslagern von bestimmten Aufgaben an die social Crowd im Vordergrund. So können beispielsweise Betreiber von Internetplattformen, die innerhalb kürzester Zeit sehr viele suchmaschinenoptimierte Texte benötigen, einen Crowdworking-Anbieter beauftragen. Dieser wandelt den Gesamtauftrag in viele kleine Aufgaben um, die dann von der bezahlten Crowd bearbeitet werden. Da sehr viele Menschen parallel an der Aufgabenbewältigung arbeiten, können auch sehr umfangreiche Herausforderungen schnell und effizient gelöst werden. Neben dem Generieren von passenden Texten können beispielsweise auch Adressen recherchiert, verifiziert und ergänzt werden. Viele weitere Aufgabenfelder für die social Crowd sind denkbar. Eine große Erleichterung für das Marketing, da hier ein direkter Kontakt zum Endverbraucher entsteht und das Marketing zum Beispiel das Design der Homepage neu anpassen kann aufgrund der gesammelten Informationen.
  • Crowdtesting Marketing: Wenn ein neues Design für die Website oder eine neue Funktion eines Auftritts online gehen soll, müssen die Benutzerfreundlichkeit und die Funktionalität mit vielen unterschiedlichen Rechnerkonfigurationen gewährleistet werden. Ein Unternehmen kann in diesem Fall ein spezialisiertes Unternehmen beauftragen, welches mit einer Crowd als Menge von Testern arbeitet. Auch hier gilt: Wer schnell viele Ergebnisse benötigt, kann auf die Masse zählen.
  • Crowdfunding: Dies ist eine Sonderform des Crowdsourcing, denn hier werden keine Ideen oder Arbeitskraft aus der social Crowd gewonnen, sondern Kapital. Viele einzelne Investoren, die in der Regel nur wenige Euro investieren, können auf diese Art und Weise sogar Großprojekte, oder eine Innovation finanzieren. Über spezielle Plattformen finden Investoren und Unternehmer zusammen. Die Unternehmen profitieren von der sehr schnellen und unkomplizierten Bearbeitung ihres Kreditwunsches und haben in der Regel bessere Chancen auf eine Kreditzusage als bei einer Bank.

Selbstständig machen und Jobs im Bereich Crowdsourcing ergattern

Nicht nur für Unternehmer, sondern auch für Arbeitnehmer bzw. für Selbstständige bietet das Crowdsourcing viele Chancen. So können sich beispielsweise Menschen mit guten texterischen Fähigkeiten bei einer Crowdworkingplattform engagieren und so recht flexibel und von jedem beliebigen Ort aus Geld verdienen. Wer dagegen eher eine technische Affinität besitzt, testet vielleicht neue Funktionen oder neue Internetpräsenzen auf ihre Tauglichkeit. Crowdsourcing schafft in diesem Sinne einen neuen Teilbereich für den Arbeitsmarkt, der von vielen Selbstständigen gerne angenommen wird. Häufig gelten Aufträge den Crowdworkern, wie man die Arbeitnehmer beim Crowdworking nennt, als Ergänzung zu sonstigen Aufträgen. Sie können Auftragsengpässe füllen und dann für das notwendige Einkommen sorgen, wenn andere Jobs rar sind. Vom freiberuflichen Journalisten über den Hausmann bis hin zum Studenten, der einen Nebenjob sucht – hier ist für jeden etwas dabei

Authored by: Tobias