Crowdfunding Plattformen im Vergleich

Die Finanzierung der Masse – diese Idee gewinnt auch hierzulande mehr und mehr an Popularität. Daher ist es auch kein Wunder, dass mehr und mehr Crowdfunding Plattformen gegründet werden. Hier erfahren Sie, wie die unterschiedlichen Plattformen funktionieren und warum sie so beliebt sind.

Die Crowdfunding Plattform Startnext hat die größte Community Deutschlands und Österreichs. Sie wurde 2010 von Denis Bartelt und Timo Kreßner in Dresden gegründet. Da die beiden selbst Fotograf und Filmproduzent sind ist es kaum ein Wunder, dass auf Ihrer Crowdfunding Plattform vor allem Künstler und Kreative unterstützt werden. Startnext ist gemeinnützig und verlangt daher keine Provision, wenn ein Projekt angefragt oder finanziert wird. Allerdings sind für die Nutzer kostenpflichtige Zusatzangebote buchbar, zum Beispiel eine persönliche Projektbetreuung oder die Teilnahme an einem Workshop, welche bei der Finanzierung helfen sollen. Wird ein Projekt erfolgreich durch die Crowd finanziert, entscheidet der Initiator selbst, mit wie viel Geld er die Plattform unterstützen will. Anleger hingegen erhalten keinen Profit durch ihre Unterstützung; meist bekommen sie vom Projektstarter kleine Geschenke. Mittlerweile hat das Unternehmen 10 Mitarbeiter und einen Zweitsitz in Berlin. Über 1.900 Projekte wurden auf Startnext bereits erfolgreich finanziert und insgesamt mit mehr als 12.950.000 € unterstützt.

Das 2011 gegründete Portal Visionbakery unterstützt ebenfalls Künstler bzw. deren kreative Ideen und Projekte. Jedes eingestellte Projekt hat hier nach seinem Start 55 Tage Zeit zur Finanzierung, ansonsten gilt es als gescheitert. Kosten fallen bei Visionbakery jedoch nur an, wenn ein Initiator erfolgreich finanziert wurde: für Unterstützer 0,36 €  je Überweisung und 10 % für Projektstarter, plus PayPal-Kosten.

Das 2012 von „Wissenschaft im Dialog“ gegründete Sciencestarter hingegen hat eine völlig andere Zielgruppe. Auf dieser Crowdfunding-Plattform aus Berlin sollen ausschließlich Projekte aus Wissenschaft, Wissenschaftskommunikation und Forschung finanziert werden, wobei Unterstützer direkt beeinflussen können, wonach geforscht wird. Die Plattform ist vollkommen kostenfrei für beide Parteien. Dadurch, dass finanzierte Projekte über einen Blog verfolgt werden können, wird die Kommunikation in der Wissenschaft gefördert. Unterstützer können so zum Beispiel bei einer von ihnen finanzierten Forschungsreise „dabei sein“. Außerdem erhalten sie individuelle Geschenke wie zum Beispiel Meet & Greets.

Auf Krautreporter werden ausschließlich journalistische Projekte gefördert. Unterstützer geben hier Geld für ein Online-Magazin, welches ihnen nach erfolgreicher Finanzierung zur Verfügung steht. Hierbei darf die Community der Crowdfunding Plattform selbst mitentscheiden, wie bzw. worüber berichtet wird. So entsteht ein persönliches Magazin, an dessen Gestaltung jeder sich beteiligen kann.

Eine weitere interessante Crowdfunding Plattform ist 100 Fans. Unterstützer helfen hier Autoren, ihre Bücher zu finanzieren. Wie der Name schon sagt, benötigt ein Autor mit seinem Buch 100 Fans, die verschiedene Fanpakete kaufen. Diese beinhalten immer mindestens eine Ausgabe des fertigen Werks. Um möglichst viele Fans zu begeistern, muss die Crowd durch eine kurze Einführung in das Buch überzeugt werden. Ist das Ziel erreicht, bekommt der Autor einen Autorenvertrag, sodass sein Buch im Handel veröffentlicht wird.

Bei auxmoney, der Crowdfunding Plattform mit dem höchsten vermittelten Kreditvolumen, geht es hingegen um die Vermittlung von Privatkrediten. Hier können Projektstarter ihren Kreditwunsch einstellen, welcher dann von interessierten Anlegern finanziert werden kann. Es finden sich Projekte aller Art auf dem Portal. auxmoney bietet der Crowd auch die Möglichkeit, automatisiert in Projekte mit einem bestimmten Risiko zu bieten. Dieses Risiko wird u.a. durch den SCHUFA-Score bestimmt und aus dem eigenen auxmoney-Score dargestellt. Der auxmoney-Score steht also für die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers und bestimmt die Rendite, die Investoren erhalten. Es fallen erst Kosten an, wenn ein Projekt erfolgreich finanziert wurde. Seit 2008 wurde ein Kreditvolumen von über 127.000.000 € an mehr als 25.900 Projekte vermittelt.

 

Crowdfunding Plattformen für Spenden

Auch Crowdfunding Plattformen für Spenden werden immer bekannter. Social Funders zum Beispiel gibt Unternehmen die Chance, soziale Projekte ihrer Wahl zu unterstützen, um so das unternehmerische Verantwortungsbewusstsein zu fördern.
Auf Better Place hingegen kann jeder zur Crowd dazugehören. Hilfsbedürftige Menschen und Projekte werden der Community gebührenfrei vorgestellt.

 

Internationale Crowdfunding Plattformen

Die bekannteste und größte Crowdfunding Plattform der Welt ist das Startup Kickstarter. Es wurde 2009 von Perry Chen, Charles Adler und Yancey Strickler gegründet und hat seinen Sitz in New York. Hier finden sich Gesuche zu fast jedem Thema, vor allem durch Gründer. Jeder, der eine kreative oder innovative Idee hat, kann bei Kickstarter nach Unterstützern suchen; selbst einige bekannte Schauspieler, Musiker und Regisseure lassen auf der Plattform ihr nächstes Projekt finanzieren. Als Gegenleistung erhalten Unterstützer oft kleine projektbezogene Geschenke. Kickstarter kommt immer wieder durch ausgefallene Projekte und hohe Finanzierungssummen in die Schlagzeilen.

Gambitious ist eine Crowdfunding Plattform nur für Gamedesigner. Hier werden Computer- oder Konsolenspiele finanziert, sodass diese entwickelt bzw. vermarktet werden können. Spielentwickler profitieren vom Feedback der Crowd und von den vielen aus der Szene stammenden Anlegern, wohingegen diese einen Anteil am Gewinn bekommen, wenn ein von ihnen unterstützes Projekt finanziert wird.

Wer in Musikprojekte investieren will, ist bei Sellaband richtig. Hier können Pakete gekauft werden; der Geldgeber erhält also eine Gegenleistung, meist in Form einer CD oder eines Autogramms für seine Unterstützung. Unter den Projekten finden sich Musiker und Bands aller Art, sodass jeder Unterstützer ein für ihn interessantes Projekt findet. Auch einige deutsche Bands sind darunter. Sellaband ist kostenlos für Unterstützer, und auch Musiker können sich kostenlos registrieren. Es wird aber unterstützender Service angeboten, welcher kostenpflichtig buchbar ist.

Auf der Crowdfunding Plattform Indiegogo suchen nicht nur Künstler und Kreative nach Investoren: neben Kategorien wie Musik und Film findet sich auch eine für Gründer und Startups, für technologische Innovationen, für Projekte rund ums Thema Gesundheit und eine Kategorie namens „Community“, in der Menschen einen Hilferuf starten können, der mit etwas Glück finanziert wird.

Eine Übersicht über alle Crowdfunding Plattformen finden Sie in dieser Liste.

Authored by: Tobias