Crowdfunding – moderne Finanzierung durch die Masse

Gründungsfinanzierung über die Crowd hat sich in den letzten Jahren verstärkt durchgesetzt. Die Grundidee: Viele Einzelpersonen fungieren als Geldgeberund Unterstützer eines Projektes.

Die Crowd als finanzstarker Geldgeber

Wer ein Unternehmen gründet, steht fast immer auch vor einer finanziellen Herausforderung die meist Unterstützer fordert. Die Idee, die sich Gründer in den Kopf gesetzt haben, mag dabei noch so gut sein. Wenn die Anschubphase ohne zusätzliche Geldmittel gestemmt werden soll, steht so manches Projekt unter keinem guten Stern. Nicht jeder Gründer mag es, Kredite bei einer Bank zu beantragen. Manche haben bereits schlechte Erfahrungen mit Geld- und Kreditinstituten gemacht, andere Gründer scheuen die hohen Zinsen, die mancherorts zu zahlen sind. Wieder andere Gründer haben nur wenige Sicherheiten zu bieten, sodass die Bank den Kreditantrag ganz einfach ablehnt. Wem es ähnlich geht, für den könnte die Finanzierung durch die Crowd die Alternative für die Finanzierung einer Geschäftsidee sein. Wenn man also nach einer sinnvollen Investition sucht, könnte man sich der Crowd anschließen.

Woher stammt die Idee der Finanzierung durch die Crowd?

Neben vielen anderen Begrifflichkeiten, in denen das Wort Crowd eine wichtige Rolle spielt, wird auch das Crowdfunding immer beliebter. Crowd kann in diesem Zusammenhang mit einem Wort wie Schwarm gleichgesetzt werden. Das Charakteristische ist also, dass sich – in etwa wie bei einem Vogelschwarm oder bei einem Schwarm aus Fischen – viele Individuen zusammenfinden, um gemeinsam ein größeres Gefüge zu bilden oder ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Während die Vögel gemeinsam gen Süden ziehen, helfen hier viele einzelne Menschen dabei, eine Geschäftsidee auf die Beine zu stellen und den Start in den Erfolg zu ermöglichen. Die Idee des Crowdfunding existiert etwa seit dem Jahr 2004 und hat sich seither weltweit stark etabliert. Die ersten Projekte, die man heute als Vorläufer des Crowdfunding bezeichnet, liegen aber sehr viel weiter zurück. So wird heute berichtet, dass das Kapital zum Bau der amerikanischen Freiheitsstatue zum Teil durch die Bevölkerung aufgebracht wurde. Jedoch stand dort die Rückzahlung von Erträgen noch nicht zur Debatte.

Die Vorteile von Crowdfundig für die Crowd

Viele Menschen fragen sich heute, wie und wo sie ihr Geld sinnvoll investieren können. Die Banken zahlen zum Teil sehr niedrige Zinsen für angelegtes Kapital und die Medien berichten immer wieder über Skandale in allen Teilen der Wirtschaft und des Bankenwesens. Gleichzeitig wird der Begriff der Nachhaltigkeit in der Gesellschaft wieder wichtiger und die Menschen interessieren sich dafür, was mit ihrem Geld geschieht. Wer eine sinnvolle Idee unterstützen kann, profitiert in der Regel also zweifach, wenn er mitwirkt: Er weiß genau, was er mit seinem Geld finanziert und kann die Entwicklung im Auge behalten. Zudem kann er genau das Projekt als Unterstützer fördern, dass in seinen Augen die größten Erfolgschancen hat und/oder seinen moralischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorstellungen entspricht. Schließlich ist es hier auch für Bürger mit geringerem Investitionsvolumen möglich, zu echten Investoren zu werden. Beim Crowdfunding zählt jeder Beitrag und schon mit wenig Geld kann viel erreicht werden wodurch das Projekt erfolgreich wird.

Welche Nachteile kann Crowdfundig für die Crowd haben?

Wenn man gerade darüber nachdenken, eine Idee zu fördern, stellt man sich meistens viele Fragen. Nicht verschweigen sollte man, dass es sich bei dem Geld meistens um echtes Risikokapital handelt. Auch wenn es keine hohen Geldbeträge sind – niemand verliert gerne das Kapital, dass er in eine Idee investiert hat. Viele Gründer gründen zum ersten Mal und erhalten dabei keine Bankzusage. Hier kann es sich um eine richtige oder um eine falsche Entscheidung der Bank gehandelt haben. Daher sollten Mitglieder der Crowd sich jederzeit bewusst sein, dass es nicht nur Chancen gibt, wenn die Crowd zur Bankalternative wird. Auch der Verlust des Geldes könnte – im schlimmsten Falle – die Folge sein.

Wer zur Crowd gehört, sollte auf seriöse Plattformen setzen

Der sorgfältige und verantwortungsvolle Umgang mit Geld ist eines der Grundprinzipien, die beim Crowdfunding gelten sollten. Daher ist es besonders wichtig, sich als Mitglied der Crowd auf der richtigen Plattform nach einem Projekt umzusehen. Es ist notwendig, die Anbieter zu vergleichen, die der Crowd diverse Startups präsentieren. Folgende Kriterien sollte eine Plattform anbieten, wenn sie es der Crowd sicher machen möchte:

  • Die Projekte sollten vor Aufnahme auf das Crowdfundingportal geprüft werden. Dazu zählt beispielsweise eine ausführliche Beschäftigung mit dem Businessplan der Gründer.
  • Es sollten nur seriöse Personen als Anbieter von Projekten aufgenommen werden. Wenn eine Plattform nicht einmal die Eckdaten der Gründer abfragt, bevor der Crowd die Idee präsentiert wird, sollte man nicht investieren.
  • Die Betreuung der Unternehmen und der Mitglieder der Crowd sollte schlüssig und gut sein. Beide Seiten sollten von der Plattform Transparenz erwarten können.
  • Die geschäftliche Entwicklung der Unternehmen sollte von der Plattform im Auge behalten werden. Nur wer hier auf Nachhaltigkeit und Qualität setzt, tut das Beste für die Investierenden.
Authored by: Tobias