Crowdfunding bei Startnext

Wer ein kreatives Projekt starten möchte, hat häufig Schwierigkeiten, das nötige Geld dafür zu beschaffen. Anstelle des Weges zur Bank oder zu verschiedenen Kreditgebern gibt es mittlerweile eine neue Möglichkeit: Crowdfunding. Startnext ist eine der größten Plattformen (Plattformen-Liste) in Deutschland und Österreich, auf der Gründer Unterstützer für ihre Projekte finden können. Ihr Hauptsitz befindet sich in Dresden.

So funktioniert Startnext

In der Mehrzahl seiner Strukturen und Abläufe funktioniert Startnext nach dem gängigen Modell der meisten Crowdfunding-Plattformen. Ziel ist es, kreativen Köpfen und originellen Ideen zur Finanzierung und Umsetzung zu verhelfen. Damit dies geschieht, setzt die Plattform auf Gemeinschaft. Nicht ein Unterstützer, sondern eine ganze Gruppe von Geldgebern, also die Crowd, wird angeworben. Diese finanzieren das Projekt oder die Aktion nicht, um Profit zu machen, sondern häufig aus idealistischen Gründen: Sie sind von der Idee Crowdfunding überzeugt, wollen etwas Gutes tun oder einfach Teil einer kreativen Aktion werden. Jeder Geldgeber bestimmt bei Startnext selbst, mit welcher Summe er die Aktion unterstützen möchte. Um zwischen den einzelnen Aktionen auswählen zu können, und damit der Investor entscheiden kann, welche Idee ihn am meisten überzeugt, gibt es für jedes Projekt eine Projektseite, ähnlich wie vergleichbaren Plattformen. Auf dieser Seite präsentieren die Gründer ihre Idee und geben an, wie viel Geld sie zur Umsetzung benötigen. Ist schließlich die Aktion abgelaufen und das Geld erfolgreich eingenommen, erhält jeder Investor ein kleines Dankeschön. Dieses Dankeschön besteht allerdings gewöhnlich nicht aus Geld, sondern aus einem von den Gründern festgelegten materiellen oder immateriellen Wert, der mit der Aktion verknüpft ist und den Geldgeber an seine Teilnahme erinnert. Plattformen wie Startnext werden dabei nicht nur genutzt, um Geld für ein Projekt zu sammeln, sondern auch, um eine Basis von Unterstützern aufzubauen, die das Unternehmen im besten Fall auch nach Ablaufen der Aktion weiter fördert.

Besondere Merkmale von Startnext

So ähnlich Startnext in vielen Aspekten dem Standard-Aufbau von Crowdfunding-Plattformen ist, so sehr unterscheidet es sich in einigen wichtigen Merkmalen. Zunächst ist Startnext eine spezialisierte Plattform. Im Gegensatz zu anderen Plattformen wird nicht jedes Projekt akzeptiert. Es geht darum, vorrangig Künstler, Kreative und Erfinder zu fördern. Daher muss ein Projekt, das hier angemeldet und finanziert werden soll, in eine der folgenden Kategorien passen:

  • Comic
  • Community
  • Design
  • Event
  • Erfindung
  • Film
  • Fotografie
  • Games
  • Hörspiel
  • Journalismus
  • Literatur
  • Kunst
  • Kulturelle Bildung
  • Mode
  • Musik
  • Technologie
  • Theater

Nur wenn das Projekt in eine der vorgegebenen Kategorien eingeordnet werden kann, darf es auf der Crowdfunding Plattform starten. Im gegenteiligen Fall behält es sich die Redaktion von Startnext vor, das Projekt abzulehnen. Wichtig ist des Weiteren, dass die Crowdfunding Aktion einen festen Anfang, ein festes Ende und ein festes Ziel hat. Diese Fakten müssen klar aus der Beschreibung der Aktion hervorgehen. Nicht akzeptiert werden Projekte, die ausschließlich privaten Zwecken wie einem Studium, einer Ausbildung, einer Reise oder einer persönlichen Veranstaltung dienen. Auch Charity-Projekte oder Werbung sind nicht zugelassen. Schlussendlich muss der Gründer einen Wohnsitz oder den Hauptsitz seines Projekts in Deutschland oder Österreich haben sowie über 18 Jahre alt sein. Für Personen unter 18 Jahren gibt es allerdings die Möglichkeit, ihr Projekt gemeinsam mit einem gesetzlichen Vertreter zu starten. Bis heute wurden bei Startnext Projekte in einer Höhe von über 12 Millionen Euro finanziert.

Ablauf einer Aktion bei Startnext

Wenn das Projekt alle der genannten Voraussetzungen erfüllt, kann der Gründer eine Projektseite bei Startnext eröffnen. Hier ist es vor allem wichtig, das Projekt möglichst interessant und aufschlussreich zu präsentieren, um so viele Investoren wie möglich zu überzeugen. Im Gegensatz zu anderen Plattformen ist es hier verpflichtend, sich selbst und sein Projekt in einem kurzen Video zu präsentieren. Sowohl beim Aufbau der Seite als auch beim Erstellen des Videos kann der Gründer sich Hilfe von der Redaktion der Plattform holen. Videos und Bilder sind sehr wichtig, um der Crowd einen visuellen Anreiz zu liefern. Ein umfangreiches Handbuch bietet zu jedem der nötigen Schritte Tipps und Tricks. Es ist wichtig, den eigenen Aufruf anders als andere Projekte zu gestalten. Auch der persönliche Umgang spielt bei Startnext eine große Rolle: In jeder Phase der Aktion kann sich der Gründer persönlich beraten lassen. Damit juristische Absicherung gewährleistet ist, überprüft die Plattform vor Projektbeginn die Identität des Gründers. Auf der Profilseite muss der Gründer mit realem Namen und persönlichem Foto angezeigt sein; Anonymität ist also nicht gewährt. Außerdem gelten bei Startnext die üblichen Rechtsgrundlagen: So darf ein Projekt nicht gegen deutsches Recht verstoßen, Urheberrechte verletzen oder rassistisch sein. Bevor die Sammelphase startet, muss der Nutzer einen Geldbetrag („Funding-Schwelle“) angeben, den er mindestens sammeln will. Kommt dieser Geldbetrag bis zum Ablauf der Crowdfunding Aktionszeit zusammen, gilt das Projekt als erfolgreich. In diesem Falle erhält jeder Investor ein Dankeschön, welches zuvor festgelegt wurde. Dieses steht meist im Zusammenhang mit dem Projekt; für die Investition in ein neues Musikprojekt erhält der Investor beispielsweise eine signierte CD. Gelingt es nicht, den Betrag zu sammeln, bekommen die Investoren ihr Geld zurück.

Besondere Finanzierung von Startnext

Sind Projekte erfolgreich beendet worden, finanzieren sich die meisten Crowdfunding-Plattformen über eine Provision. Startnext hingegen verfolgt ein anderes Konzept. Statt eines festgelegten Betrages überweisen erfolgreiche Gründer der Plattform so viel, wie sie selbst für richtig erachten. Die einzige Verpflichtung ist es, an einer geeigneten Stelle des Projekts das Startnext-Logo zu veröffentlichen. Über 60 Prozent der Projekte werden nach eigenen Angaben erfolgreich via Crowdunfing bei Startnext finanziert.

Authored by: Tobias